Der Michelin Restaurantführer hat nicht nur sein bekanntes Sternesystem, sondern zeichnet Restaurants auch mit dem weniger bekannteren Bib Gourmand aus. Die Auszeichnung Bib Gourmand steht dabei für sorgfältig zubereitete und preiswerte Mahlzeiten und in Deutschland gibt es insgesamt 94 Restaurants mit dieser Auszeichnung. In Berlin zählt nicht nur der Gutshof Britz von Matthias Buchholz dazu, sondern auch die Brasserie Lamarère. Die Brasserie ist nach ihrem Besitzer Régis Lamazère benannt und befindet sich am Stuttgarter Platz 18 in Charlottenburg.

Es gibt keine gedruckte Karte, sondern nur eine wechselnde Menükarte die an einer Kreidetafel an der Wand hängt. Für zwei Gänge zahlt man 28 Euro, für 3 Gänge gut 35 Euro. Die Weinkarte ist sehr umfangreich und die Beratung sowohl beim Essen und auch bei den Getränken sehr freundlich und zuvorkommend. Zusätzlich gibt es den Hauswein bereits für 18 Euro die Flasche. Ich entscheide mich für ein 3 Gänge Menü bestehend aus Rote Beete mit Käse und Pinienkernen, Schweineconfit mit Spinat und frittiertem Karottfelpüree und als Nachspeise eine Käseplatte.

Alle Speisen waren handwerklich top und die Auswahl der Gerichte erscheint mir klassisch französisch und bürgerlich. So gab es unter anderem auch Oeufs Cocotte und Tarte Tatin. Die Portionen sind leider etwas unterschiedlich. Das Roastbeef mit Kartoffeln und Möhren war riesig, bei meinem Schweineconfit war leider nur eine „Krokette“ dabei, eine zweite hätte sicherlich gut getan. Zudem ist der Speiseraum sehr lang, dafür aber schmal. Im Ergebnis sitzt man mit seinen Sitznachbarn Ellbogen an Ellbogen. Somit hört man unfreiwillig vieles vom Nachbartisch und es ist schon eine kleine Herausforderung den Tisch zu verlassen.

Alles in Allem ist die Brasserie Lamazère auf jeden Fall ein Besuch wert und ich werde sicherlich wieder kommen. Für das Ambiente wäre es aus meiner Sicht aber förderlich, wenn 1-2 Tische weniger im Speiseraum wären und damit mehr Privatsphäre.