Praktische Helferlein für die Küche gibt es sehr viele. Ein Werkzeug für die Küche, das jedoch noch relativ selten zum Einsatz kommt, ist das Bratenthermometer. Viele unterschätzen jedoch die Leistungsfähigkeit des kleinen aber wirkungsvollen Geräts. Im Gegensatz zu einem Backofenthermometer misst es nicht die Temperatur der Luft im Ofen, sondern die Temperatur im Fleisch oder Fisch. Es kann unter Umständen auch zum Backen von Kuchen, Brot oder Gebäck verwendet werden.


Der Aufbau eines Bratenthermometers ist recht einfach. Das kleine Gerät besteht in aller Regel aus einer kleinen Sonde sowie einer Meß- und Anzeigeeinheit. Die Sonde kann vorsichtig in das Fleisch gestochen werden, was ein Anschneiden unnötig macht. Beim Anschneiden würde der Saft des Fleischs austreten. Die Sonde, die im Normalfall aus einem nadelförmigen Dorn besteht, hinterlässt hingegen kaum Spuren. Hinsichtlich der Meß- und Anzeigeeinheit findet man in der Zwischenzeit verschiedene Ausführungen. So gibt es analoge Bimetallthermometer mit Zeigerskala sowie vollelektronische Geräte mit digitaler Anzeige. Beide Varianten weisen Vor- und Nachteile auf. Die analogen Bimetallthermometer mit Zeigerskala gelten als besonders unkompliziert, wartungsfrei und teils auch sehr günstig. Sie sind leider manchmal etwas schwer abzulesen. Die elektonischen Digitalgeräte gelten hingegen als genauer und sind komfortabler abzulesen. Der entscheidende Nachteil dieser Geräte ist jedoch, dass die Batterien regelmäßig getauscht werden müssen.

Doch warum ist es eigentlich wichtig, die Temperatur im Fleisch im Fisch zu wissen? Ist es nicht sinnvoll und einfacher, einfach strikt die Garzeiten laut Rezept zu beachten? Das Thema Niedrigtemperaturgaren hat in der modernen Küche einen sehr großen Stellenwert. Das Fleisch soll so saftig bleiben und keine zähe Struktur durch die Eiweißgerinnung bekommen. Dies kann durch eine möglichst niedrige Gartemperatur erreicht werden. Dennoch soll das Fleisch oder der Fisch nicht roh verzehrt werden. Das Einhalten der richtigen Gartemperatur ist kein einfaches Unterfangen. Das Problem beim Kochen nach Rezept ist, dass Fleischstücke unterschiedliche Größen aufweisen. So kann pauschal auch nie richtig gesagt werden, wie hoch die Temperatur im Kern des Fleischs wirklich ist. Ein Bratenthermometer ist hier wirklich eine hervorragende Hilfe. Die Gartemperatur hängt von der verwendeten Fleischsorte ab. So sollte die Gartemperatur von sehr magerem Rindfleisch zum Beispiel niedriger liegen als bei einem fetten Stück Schweinefleisch. Wichtig bei der Anwendung des Bratenthermometers ist, dass die Sonde auch wirklich den kältesten Punkt im Fleisch erwischt. Dieser Punkt liegt in der Regel in der Mitte an der dicksten Stelle.

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